Im landläufigen Verständnis gelten Ideen häufig als Abstrakta, als ziemlich luftige und tendenziell körperlose Gebilde. Allerdings müssen Ideen, sofern sie intersubjektiv nachvollziehbar sein sollen, immer eine konkrete Gestalt annehmen: sprachlich, visuell und/oder materiell. Um Ideen in ihrer unhintergehbaren Materialität analytisch greifbar zu machen, muss die Perspektive ideengeschichtlicher Forschung über den schieren Text hinaus erweitert werden. Dies erprobt der Vortrag anhand von Beispielen aus der Material Philology und der literaturwissenschaftlichen Zeitschriftenforschung.
Zum Vortragenden
Dr. Tillmann Heise ist wissenschaftlicher Mitarbeiter für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Paderborn. Er wurde an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg mit einer literatur- und ideengeschichtlichen Arbeit über Das ‚andere‘ Europa der Schriftsteller. Ideen, Netzwerke und Schreibweisen des antiliberalen Europa-Diskurses in Deutschland und Österreich (1918–1934) promoviert. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der literaturwissenschaftlichen Ideengeschichte, Weltanschauungsliteratur, Zeitschriftenforschung und Materialität.
Organisation
Trinationaler Master in Literatur-, Kultur-, und Sprachgeschichte des deutschsprachigen Raums
Dr. Christian Reidenbach