In jüngsten Medienartikeln wurden Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Arbeitsumfeld, den internen Beförderungsprozessen und dem allgemeinen Arbeitsklimas an der Universität Luxemburg erhoben, insbesondere mit Blick auf die Fakultät für Recht, Wirtschaftswissenschaften und Finanzwirtschaft, erhoben. Die Universität nimmt diese Vorwürfe sehr ernst – einschließlich solcher, die anonym geäußert wurden.
Als junge, internationale und schnell wachsende Institution agiert die Universität Luxemburg in einem hart umkämpften akademischen Umfeld. Dabei bleibt sie ihrem Anspruch treu, eine lernbereite und kritikoffene Organisation zu sein, getragen von einer verantwortungsvollen Führung und dem Bekenntnis zu kontinuierlicher Weiterentwicklung.
Am Dienstag, dem 27. Januar, hat die parlamentarische Kommission für Hochschulbildung, Forschung und Digitalisierung die Ministerin für Forschung und Hochschulbildung in Begleitung des Rektors und der Vizerektorin für Forschung der Universität eingeladen, zu diesem Thema Stellung zu beziehen.
Ziel dieser Mitteilung ist es, über den aktuellen Stand zu informieren.
Getroffene Maßnahmen
Im November 2025 hat die Universität eine interne Überprüfung eingeleitet. Sie wird beaufsichtigt vom Universitätsrat, der sich aus gewählten Vertretern der Studierenden und des Personals zusammensetzt. Die Ergebnisse werden für März 2026 erwartet.
Darüber hinaus leitet die Universität eine öffentliche Ausschreibung für ein unabhängiges, umfassendes externes Audit ihrer Personalprozesse und internen Organisationsstrukturen ein. Ziel ist es, weiteres Verbesserungspotential zu identifizieren und bestehende Verfahren zu stärken.
Hintergrundinformationen
Die Universität Luxemburg beschäftigt rund 2,700 Mitarbeiter, davon etwa 1,600 Wissenschaftler. Das Gesetz von 2018 über die Organisation der Universität regelt die Verfahren zur akademischen Beförderung, die wettbewerbsorientiert sind und von unabhängigen externen Experten bewertet werden.
Zwischen 2020 und 2025 gingen bei der Personalabteilung der Universität 27 Beschwerden wegen unangemessenem Verhalten, Plagiaten, Belästigung oder Diskriminierung ein, von denen drei rechtlich als Belästigung eingestuft werden können und alle zu entsprechenden Maßnahmen geführt haben.
Die Ombudsstelle bietet Studierenden und Mitarbeitenden unabhängige und vertrauliche Unterstützung durch Dialog, Begleitung und Mediation. Im Jahr 2025 wurden das Team vergrößert und das Bewusstsein für informelle Konfliktlösungsmöglichkeiten gestärkt.
Regelmäßige Mitarbeiterumfragen zeigen eine durchweg hohe Gesamtzufriedenheit, mit einer Bewertung von 3,88 von 5 Punkten in der letzten Umfrage von 2023. Die nächste Umfrage ist für 2026 geplant, um die Fortschritte im Laufe der Zeit zu bewerten. Die hochschulweite Fluktuationsrate lag in den vergangenen fünf Jahren zwischen drei und vier Prozent (ohne Pensionierungen und Todesfälle). Die Abbruchquote bei Doktoranden liegt mit 10 bis 15 Prozent deutlich unter dem internationalen Durchschnitt.
Seit Inkrafttreten des neuen Gesetzes im Jahr 2018 hat die Universität rund 190 Anträge auf akademische Beförderung bearbeitet; 60 davon führten zu einer Beförderung. Von den 130 Personen, die nicht befördert wurden, haben vier das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht angefochten. In einem Rechtsstaat verpflichten diese laufenden Verfahren die Universität zur Diskretion.
Governance
Das Governance-System der Universität ist im geänderten Gesetz vom 27. Juni 2018 verankert, das die Zuständigkeiten klar auf mehrere Gremien verteilt – den Verwaltungsrat, den Rektor und den Universitätsrat sowie die Fakultäten und interdisziplinären Zentren (ICs), die jeweils mit eigenen Aufgaben und Budgets ausgestattet sind. Die Fakultäten und ICs verfügen über eigene interne Kontrollmechanismen wie Fakultäts- oder Beiräte. Alle akademischen Führungspositionen beruhen auf einem fünfjährigen Mandat und werden durch Wahl unter den Kollegen besetzt.
Abschließende Bemerkungen
Diese Elemente dienen dazu, die erhobenen Vorwürfe sachlich einzuordnen und Verallgemeinerungen entgegenzuwirken. Die Universität Luxemburg wird die Ergebnisse der internen Überprüfung und des externen Audits transparent kommunizieren. Sie bekennt sich weiterhin mit Nachdruck zu einem respektvollen, fairen und unterstützenden Arbeitsumfeld – ebenso zu kontinuierlicher Verbesserung im Dienste ihrer Gemeinschaft und des Landes.