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Frühlingslektüren 2026: Germanistik als Komparatistik

  • Fakultät für Geisteswissenschaften, Erziehungswissenschaften und Sozialwissenschaften (FHSE)
    25 Februar 2026
  • Thema
    Geisteswissenschaften

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Die Germanistik war nie ausschließlich eine National- bzw. Binnenphilologie, sondern stets auch eine Wissenschaft im Austausch mit anderen Literatur- und Kulturtraditionen. Viele der Fragen, die das Fach heute beschäftigen – etwa zu Inter- bzw. Transkulturalität, Migration, Globalisierung, Übersetzung, Intermedialität, Narratologie oder Wissensgeschichte – lassen sich nur im Verbund mit weiteren sprach-, kultur- und medienbezogenen Disziplinen angemessen bearbeiten. Der komparatistische Zugriff auf andere Literaturen sowie auf deren methodische und theoretische Traditionen – von diskurstheoretischen Modellen über medienhistorische Ansätze bis hin zu Fragen der Materialität, Performativität und Digitalität – erweitert das analytische Instrumentarium der Germanistik und eröffnet alternative Zugänge zu Texten, Medien und kulturellen Praktiken. In einem hier vertretenen erweiterten Verständnis von Komparatistik rückt gleichwohl auch die Einbindung von Ansätzen aus vermeintlich weiter entfernten Fachbereichen in den Fokus und regt dazu an, aus der eigenen disziplinären Kernkompetenz heraus und in aktiver, gleichberechtigter Partnerschaft, das fachübergreifende Gespräch zu initiieren. Im komparatistischen Austausch entsteht dann (im Idealfall) ein trans-philologischer Resonanzraum, in dem literarische bzw. literarästhetische Phänomene systematisch zueinander in Beziehung gesetzt, übergreifende kulturelle Muster sichtbar gemacht und neue analytische Perspektiven entwickelt werden können.

Im Rahmen der im Sommersemester 2026 vom Institut für deutsche Sprache, Literatur und für Interkulturalität der Universität Luxemburg verstanstalteten Reihe Frühlingslektüren laden wir dazu ein, diese komparatistischen Dimensionen der Germanistik gemeinsam zu reflektieren.

Kontakt

Till Dembeck

Amelie Bendheim

Programm

Alle Vorträge finden mittwochs statt.

04.03.2026, 17:30MSA 4.030Till Dembeck: Witz und Nichteinsprachigkeint
11.03.2026, 17:30MSA 4.030Stefan Börnchen: Trumpkomparatistik. Platon, Performance, POTUS
18.03.2026, 18:00Athénée de LuxembourgTomás Espino Barrera: Worlding Goethe. Motti und weltliterarische Netzwerke (1800-1920)
01.04.2026, 17:30 MSA 4.030Lena Steveker: Zwischen Horizontverschmelzung und dem Wunsch, mit den Toten zu sprechen: Von Monstern und traurigen Schäfern in Pamphleten des englischen Bürgerkriegs
15.04.2026, 17:30 MSA 4.030Oliver Kohns: Transformationen der Gothic Novel: Jules Verne (Château des Carpathes) und Franz Kafka (Das Schloß)
13.05.2026, 18:00Athénée de LuxembourgJérôme Jaminet/Tonia Raus: Im Dazwischen lesen. Literaturdidaktik im Lycée – Deutsch und Französisch im Vergleich
20.05.2026, 17:30MSA 4.390Dieter Heimböckel: Interkulturalität und Komparatistik. Mit Nelly Sachs als Beispiel für eine Germanistik als Schwellenkunde
27.05.2026, 17:30MSA 4.030Christian Reidenbach: Blumen pflücken und vergleichen. Mit Jakob Brucker und Johann Christoph Gottsched in den Bilder- und Büchersälen der frühaufklärerischen Gelehrsamkeit

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