News

Engagiert für Vielfalt und Chancengleichheit

  • 12 Februar 2024
  • Kategorie
    Universität

Als 20 Jahre junge Institution arbeitet die Universität Luxemburg daran, ein Umfeld zu schaffen, welches talentierte Forscherinnen nicht nur anzieht, sondern ihnen auch Gründe bietet, zu bleiben und ihr volles akademisches Potenzial hier zu entfalten.

„Chancengleichheit ist eine Frage der Fairness und ein wichtiges Instrument zur Förderung wissenschaftlicher Exzellenz an unserer Forschungsuniversität”, sagt Prof. Jens Kreisel, Rektor der Universität. „Der Anteil von Frauen in der Wissenschaft hat sich zwar verbessert, ist aber immer noch deutlich zu niedrig. Generell ist ein vielfältiges und chancengleiches Umfeld unerlässlich, um die Komplexität der heutigen Herausforderungen zu verstehen. Es motiviert auch exzellente Forscherinnen, sich der Universität anzuschließen und, was noch wichtiger ist, zu bleiben und ihre Karriere in unserer Gemeinschaft voranzutreiben.”

Zur Schaffung eines geschlechtergerechten Forschungsumfelds gehören die Sicherstellung von Chancengleichheit auf allen Ebenen für die berufliche und persönliche Entwicklung, eine angemessene Einstellungspolitik und -praxis, angemessene Rahmenbedingungen, Maßnahmen für schwangere Forscherinnen und Eltern, sowie Unterstützungsmechanismen für junge Forscherinnen. Um solche Maßnahmen umzusetzen, arbeiten Forschungseinrichtungen auch an transparenten Entscheidungsprozessen, interner Kommunikation und Sensibilisierung.

Bildunterschrift: Rektor Jens Kreisel, die Ministerin für Gleichstellung und Diversität Yuriko Backes und die Ministerin für Forschung und Hochschulwesen Stéphanie Obertin unterzeichnen die Konvention für die Sensibilisierungskampagne “Women & Girls in Science” von Research Luxembourg.

Auf einem ganzheitlichen Ansatz aufbauen

Im Laufe der letzten Jahre wurden mehrere Maßnahmen mit Blick auf dieses Ziel durchgeführt. Die Gleichstellungsbeauftragte der Universität, Prof. Skerdilajda Zanaj, treibt die Politik und Praxis in diesem Bereich voran und ist Vorsitzende der Kommission für die Gleichstellung der Geschlechter. Seit 2019 bestimmt die Gleichstellungspolitik der Universität die Förderung der Geschlechtervielfalt im akademischen Bereich. „Für den Aufbau eines geschlechtergerechten akademischen Umfelds müssen mehrere Schlüsselfaktoren sorgfältig in Betracht gezogen werden”, erklärt Prof. Zanaj. „Ein entscheidender Aspekt ist die Präsenz von Vorbildern, die als Inspiration dienen und Wege aufzeigen können, um Stereotypen herausfordern. Mit diesem Ziel vor Augen arbeiten wir an mehreren Initiativen, um führende Akademikerinnen nach Luxemburg zu holen. Im Rahmen der Förderung von Forschungsexzellenz durch gezieltes Mentoring sowie Stipendien hat die Universität auch eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen zu verbessern.“

Zu den jüngsten Meilensteinen gehören die neuen Marie-Speyer-Exzellenz-Stipendien. Mit diesen Stipendien werden bis Frauen aller akademischen Stufen vom Doktorat bis zur außerordentlichen Professur unterstützt, um ihre Forschung an der Universität voranzutreiben.

Forscherinnen können am ADVANCE-Mentoring-Programm teilnehmen, bei dem Forscherinnen, ebenfalls von der Doktorandin bis zur außerordentlichen Professorin, von einem oder einer erfahrenen Forscher oder Forscherin Mentoring erhalten. ADVANCE wurde 2023 ins Leben gerufen und bietet verschiedene Formate, um Zusammenarbeit, berufliches Wachstum und Empowerment zu fördern.

In regelmäßigen Abständen findet ein Networking-Lunch für Professorinnen statt.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Forschende wird durch verschiedene Maßnahmen verbessert. Das Gleichstellungsbüro übernimmt die Kosten für die Tagesbetreuung von Eltern, die mit ihren kleinen Kindern zu Konferenzen fahren. Darüber hinaus gibt es ein Verfahren zur Einrichtung einer vorübergehenden Kindertagesstätte für Kinder von Konferenzteilnehmern auf dem Campus.

Immer mehr Frauen sind als Sonderbeauftragte des Rektorats tätig und leiten strategische institutionelle Portfolios, wie z.B. die Professorinnen Anja Leist (Research assessment), Emma Schymanski (Open Science) oder Valérie Schafer (Archivierung).

Wichtige Führungspositionen sind heute von Forscherinnen besetzt: Die Fakultät für Recht, Wirtschaftswissenschaften und Finanzwirtschaft wählte ihre Dekanin Prof. Katalin Ligeti für ein zweites Mandat, während die drei Vizerektorinnenpositionen von den Professorinnen Catherine Léglu (Akademische Angelegenheiten), Marie-Hélène Jobin (Partnerschaften und internationale Beziehungen) und Simone Niclou (Forschung) besetzt. Mehrere Sonderausschüsse der Universität werden von Frauen geleitet: Prof. Silvia Allegrezza (Ethikkommission), Prof. Séverine Menetrey (Schlichtungskommission), Joanna West (Kommission für Inklusion) und Prof. Jennifer Behm (Ethikkommission für Tierversuche).

Mehr dazu

Research Luxembourg startet die 3. Serie der Kampagne „Women and Girls in Science” (Text auf Englisch)