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CfP – Popkult60 Abschlusstagung

  • Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History (C2DH)
    19 Januar 2026
  • Kategorie
    Forschung
  • Thema
    Geisteswissenschaften

Call for Papers

Abschlusstagung der DFG-FNR-Forschungsgruppe „Populärkultur transnational – Europa in den langen 1960er Jahren“

  • Universität Luxemburg, Belval Campus

  • Tagung: 15.04.2026 – 17.04.2026

  • Deadline: 31.01.2026

Eine Geschichte der Populärkultur hat lange einen schweren akademischen Stand gehabt. Auch wenn sich dies seit den 1990er Jahren in vielen europäischen Ländern langsam zu verändern begann, blieben doch die gesellschaftlichen und politischen Bedeutungsgehalte populärkultureller Phänomene, Produkte und Praktiken oftmals weiterhin verkannt, gerade unter transnationalen Gesichtspunkten. Vor diesem Hintergrund haben sich 2014 Historiker:innen der Universität des Saarlandes und der Universität Luxemburg zusammengetan, das Problem diskutiert, Tagungen veranstaltet und Bücher publiziert, um bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Fonds National de la Recherche das Einrichten einer binationalen Forschungsgruppe „Populärkultur transnational – Europa in den langen 1960er Jahren“ (Popkult60) zu beantragen. Das Ende 2017 bewilligte Vorhaben umfasste in Förderphase I (2018-2021/22) zunächst sieben, mit Beginn der Förderphase II (2022/22-2026) dann zehn weitere Doktorand:innen- bzw. Post-Doc-Projekte, die sich mit grenzüberschreitenden Transfers populärer Kulturformen zwischen mehreren westeuropäischen Gesellschaften beschäftigen.

Zentrale Ziele bestehen darin, die besonderen Erklärungspotenziale grenzüberschreitender, häufig asymmetrischer populärkultureller Transfers für gesellschaftliche und politische Umbrüche auszuloten, zugleich gängige Vorstellungen einer Amerikanisierung europäischer Gesellschaften zu relativieren und mit damals ebenfalls anschwellenden Europäisierungsprozessen abzugleichen. Das Themenspektrum reicht von deutsch-französisch-europäischen Musikverflechtungen und kommerziellen Radioformaten, über TV-Kinderserien, Unterhaltungsshows, Comicliteratur, postkoloniale Popkulturen und populäre Tourismusdiskurse bis hin zum Bewerben von Radios, Fernsehern und Plattenspielern; weitere Studien behandeln Kulturpraktiken in Jugendkulturen, in Landkommunen, im Rahmen von Gesellschaftsspielen und Amateurfilmclubs, von Jahrmärkten, Tanzbällen und Fußball-Fankulturen. Die innere Einheit des Gesamtvorhabens gewährleisten die räumliche (Westeuropa) und zeitliche (die langen 1960er Jahre) Rahmung sowie die erkenntnistheoretisch eng verwobenen Forschungsdesigns der 17 Teilprojekte, die mit denselben, zumindest mit ähnlichen methodischen Ansätzen und Leitfragen operieren.

Vom 15. bis 17. April 2026 wird nun an der Universität Luxemburg die bilanzierende Abschlusstagung – alles in allem der 18. Workshop seit 2018 – von „Populärkultur transnational“ stattfinden. Die Tagung soll zum einen die maßgeblichen Ergebnisse und Einsichten aus den 17 Teilprojekten bündeln und vorstellen, zum anderen den Blick erweitern für andere Populärkultur-Studien der letzten zehn Jahre über die Forschungsgruppe hinaus. Deshalb möchten wir hiermit Nachwuchswissenschaftler:innen dazu aufrufen, aus aktuell laufenden oder bereits abgeschlossenen Qualifikationsarbeiten zur Geschichte der Populärkultur im Europa der langen 1960er Jahren zu berichten. Da Popkult60 einen starken Fokus auf europäische Vergleichs- und Transferperspektiven legt, sind transnational dimensionierte Themen, die mehrere Länder in den Blick nehmen, besonders willkommen.

Die Beitragsskizzen (300 Wörter) können bis zum 31.01.2026 in deutscher, französischer oder englischer Sprache per Mail bei philipp.didion@uni-saarland.de eingereicht werden. Die Reisekosten sowie die Hotelkosten in Luxemburg werden durch die Forschungsgruppe übernommen.

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