Die Arbeitsgruppe “Humanities and Religion” lädt herzlich ein zur Vortragsreihe
Fortschritt und Regression in unserer Gesellschaft
Zum Thema
Krisen gehören zur Moderne. Bisher gelang es den Fortschrittsnarrativen mehr oder weniger, Krisen, Verluste, ungelöste Konflikte sowie Fragen der Gerechtigkeit zu relativieren. Aktuell scheint es jedoch so, als würde unsere Fortschrittshoffnung schwinden. Es kommen Ängste auf, dass der technologische Fortschritt unser Leben und die Natur gefährdet. Bestimmte Fortschritte in den Bereichen Soziales, Ökologie, Politik und Religion könnten verloren gehen. Angesichts der Klimakatastrophe scheinen die Grenzen des Wachstums nun wirklich erreicht zu sein. Regression kündigt sich nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch für die Demokratie sowie geopolitisch für das Völkerrecht an. Bündnisse lösen sich auf. Offenbar setzt sich die Macht des Stärkeren durch. Während man im pädagogischen Bereich noch vor Kurzem auf Dialog und Autonomie setzte, spricht man heute verstärkt vom Mangel an Disziplin. Fortschritts-skepsis breitet sich aus. Umso mehr scheint sich die Gefahr der Regression anzukündigen.
In den kommenden Semestern wollen wir der Frage nach Fortschritt und Regression nachgehen. Dabei orientieren wir uns an Theodor W. Adorno und Rahel Jaeggi indem wir Regression als Verhinderung des Möglichen und Fortschritt als Möglichkeit einer anderen Welt verstehen. Uns geht es nicht um Optimismus oder Pessimismus. Unser Fokus liegt auf Lern- und Erfahrungsprozessen, die zu mehr Humanität führen. Andererseits sollen die Gefahren der Regression als Verdrängung und Realitätsverlust analysiert werden.
Jaeggi bezeichnet regressive Personen mit ihren Erfahrungsblockaden als „Verräter des Möglichen”. Diesbezügliche Symptome im individuellen Bereich wie in der kollektiven Ordnung sollen dementsprechend besprochen werden. Dabei stellen wir auch die Frage, inwiefern die Begriffe von Fortschritt und Regression eine ethische Komponente haben und wie sich das Funktionale mit dem Ethischen artikuliert. Könnte es sein, dass sich das Gute nur in der Dynamik von „Trial and Error”, also im Fortschreiten beim Lösen von Problemen, zeigt?
Organisation und Kontakt
Die Vortragsreihe wird organisiert von der Arbeitsgruppe “Humanities and Religion” der Universität Luxemburg. Zu den Mitgliedern der Gruppe gehören Gerhard Beestermöller, Jean Braun, Christian Doude van Troostwijk, Roger Davids, René Gonner, Peter Voss und Jean-Marie Weber.
Soweit nicht anders angegeben, finden alle Vorträge, von 19:00 bis 21:00 Uhr auf dem Campus Limpertsberg im Bâtiment des Sciences, Raum BSC 0.03 statt.
Vorträge
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11.02. 2026
Prof. Dr. Lukas Sosoe (em.), Universität Luxemburg
L’homme et le système : de l’Impossibilité d’une anthropologie? -
03.03.2026
Introduction par S.E. Madame Joanne Olivier, Ambassadrice du Royaume-UniPhilippe Maxence, Auteur
L’ADN du scoutisme avec Robert et Olave Baden-PowellAssist. Prof. Jean-Marie Weber, Universität Luxemburg
Baden-Powell et le Luxembourg : Héritage et avenir : le développement des discours scouts des LGS au Luxembourg(18:30-20:30)
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27.04.2026
Prof. Dr. Manuel Fröhlich, Universität Trier
Weltorganisation in der Krise. Die Vereinigten Staaten und die Zukunft der internationalen Beziehungen -
11.05.2026
Dr. André Michels, Psychoanalyst und Psychiater
Regress und Progress: Zur Entstehung des Neuen -
03.06.2026
Prof. Dr. Hans-Joachim Sander (em.), Universität Salzburg
Ist Gott ein Demokrat? -
17.06.2026
Prof. Dr. Gerhard Beestermöller (em.), Hamburg/Luxemburg
Wohin gehst du, Friede?