Im Rahmen der Vortragsreihe „Frühlingslektüren“ lädt das Institut für deutsche Sprache, Literatur und für Interkulturalität zu folgendem Vortrag ein:
Tonia Raus & Jérôme Jaminet: Im Dazwischen lesen. Literaturdidaktik im Lycée: Deutsch-Französisch im Vergleich
Obwohl das luxemburgische Schulsystem strukturell auf Mehrsprachigkeit basiert, bleiben die Fächer Deutsch und Französisch im Literaturunterricht weitgehend getrennt und orientieren sich primär an national geprägten Kanones und didaktischen Traditionen. Die Präsentation setzt hier an und untersucht vergleichend die Lehrpläne beider Fächer im ESC & ESG, insbesondere im Hinblick auf Pflichtlektüren und methodische Zugänge.
Im Zentrum steht die Frage, inwiefern diese institutionelle Trennung die literarische Sozialisation der Schüler:innen prägt: Welche Formen des Lesens werden durch die Orientierung an deutschen bzw. französischen Referenzkulturen gefördert? Und welche blinden Flecken entstehen im Hinblick auf die tatsächliche sprachliche und literarische Situation Luxemburgs, insbesondere auf die in außerschulischen Kontexten produzierten und rezipierten Literaturen?
Die leitende These ist, dass ein komparatistischer Zugriff nicht nur analytische Perspektiven erweitert, sondern auch neue didaktische Handlungsspielräume eröffnet, indem er das „Dazwischen“ der Sprachen und Literaturen als produktiven Lernraum sichtbar macht. Die Veranstaltung versteht sich damit als Einladung zur gemeinsamen Reflexion und zur Entwicklung von Ansätzen, die literarisches Lernen stärker im Spannungsfeld von Mehrsprachigkeit, Transkulturalität und schulischer Praxis verankern.
Die Teilnahme an Vortrag und Diskussionsrunde wird vom IFEN als Fortbildung für Lehrkräfte anerkannt. Zur Anmeldung