Event

Regress und Progress. Zur Entstehung des Neuen

  • Referent  André Michels

  • Ort

    Campus Limpertsberg, Bâtiment des Sciences, Raum BSC 0.03

    162a, avenue de la Faïencerie

    1511, Luxembourg, Luxembourg

  • Thema
    Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften
  • Typ
    Vorträge

Thema

Wir befinden uns in einem Spannungsfeld zwischen bedeutenden wissenschaftlichen und technischen Errungenschaften, denen kaum Grenzen gesetzt zu sein scheinen, und einem tiefen Zweifel an ihrem moralischen, sozialen und anthropologischen Fortschritt; in Anbetracht vor allem einer Gewalt, ja Barbarei, die wir längst als überwunden zu haben glaubten. Auch wenn einige sie als « vorgeschichtlich » bezeichnen, lässt sich leicht zeigen, erstens dass sie in regelmäßigen Abständen in die Geschichte einbricht und dort für einen Umbruch sorgt; zweitens, dass sie ein untrügliches Zeichen dafür ist, dass wir mitten in einem solchen begriffen sind, ohne dass wir sein ganzes Ausmaß bereist überblicken können.

Wenn ich zeigen möchte, dass es keinen Aufbruch ohne Umbruch, keinen Progress ohne Regress gibt, dann gehe ich auch von meiner klinischen Arbeit aus, die ich nicht losgelöst von ihrem sozialen Umfeld und ihren politischen Folgen betrachten möchte. Es handelt sich dabei nicht um einen natürlichen Vorgang, sondern um die größte Herausforderung, die sich für jede Epoche, jede Generation, sowohl für den Einzelnen als auch die Allgemeinheit, stellt. Immer wieder sind die höchsten kulturellen Güter einer großen Bedrohung ausgesetzt, woraufhin sie nicht unbedingt verschwinden, sondern wieder neu erfunden werden müssen. Dem Neuen kommt somit eine hervorragende sowohl epistemische als auch ethische Bedeutung zu, die für das Individuum und die Gesellschaft gleichermaßen gilt.

Referent

Dr. André Michels

Psychoanalytiker und Psychiater

Kontakt

Dr. Jean-Marie Weber

Assistenzprofessor (in Rente) und Psychoanalytiker, Universität Luxemburg

Der Vortrag findet im Rahmen der Reihe Fortschritt und Regression in unserer Gesellschaft statt. Die Vortragsreihe wird organisiert von der Arbeitsgruppe ‚Humanities & Religion‘ der Universität Luxemburg. Zu den Mitgliedern der Gruppe gehören Gerhard Beestermöller, Jean Braun, Roger Davids, René Gonner, Peter Voss und Jean-Marie Weber.

Photo by Jeremy Bishop on Unsplash

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