{"id":735,"date":"2021-04-22T10:44:24","date_gmt":"2021-04-22T10:44:24","guid":{"rendered":"https:\/\/website.prod.unilu.spikeseed.cloud\/de\/news\/was-hat-die-covid-19-krise-mit-unserem-bildungssystem-gemacht\/"},"modified":"2021-04-22T10:44:24","modified_gmt":"2021-04-22T10:44:24","slug":"was-hat-die-covid-19-krise-mit-unserem-bildungssystem-gemacht","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.uni.lu\/de\/news\/was-hat-die-covid-19-krise-mit-unserem-bildungssystem-gemacht\/","title":{"rendered":"Was hat die COVID-19-Krise mit unserem Bildungssystem gemacht?"},"content":{"rendered":"<section class=\"wp-block-unilux-blocks-free-section section\"><div class=\"container xl:max-w-screen-xl\"><p>Die Universit\u00e4t Luxemburg und das Ministerium f\u00fcr Bildung, Kinder und Jugend pr\u00e4sentierten heute erste Erkenntnisse aus der \u00c9pStan (\u00c9preuves Standardis\u00e9es), der nationalen Schulmonitoring-Erhebung, von November 2020. Die Ausgabe 2020 von \u00c9pStan liefert repr\u00e4sentative Daten zu Perspektiven \u00fcber Homeschooling in Grund- und weiterf\u00fchrenden Schulen.<\/p><p>Large-Scale-Tests im Bildungsbereich liefern Informationen, die entscheidend dazu beitragen k\u00f6nnen, die Auswirkungen der COVID-19-Krise auf das Bildungssystem eines Landes zu verstehen und zu bew\u00e4ltigen. Die j\u00e4hrliche <a href=\"https:\/\/epstan.lu\/\" target=\"_blank\" title=\"\" rel=\"noopener\">\u00c9pStan<\/a>-Erhebung, die vom Luxembourg Centre for Educational Testing (<a href=\"https:\/\/wwwde.uni.lu\/recherche\/fhse\/lucet\" target=\"_self\" title=\"\" rel=\"noopener\">LUCET<\/a>) der Universit\u00e4t koordiniert wird, liefert vollst\u00e4ndig repr\u00e4sentative Daten von 25.000 Sch\u00fclern*innen in Grund- und weiterf\u00fchrenden Schulen, 15.000 Eltern von Grundsch\u00fclern*innen und Vergleichsdaten f\u00fcr 160.000 Sch\u00fcler*innen der Grund- und weiterf\u00fchrenden Schulen.<\/p><p>Die ersten Erkenntnisse wurden von Prof. <a href=\"https:\/\/wwwde.uni.lu\/recherche\/fhse\/lucet\/people2\/antoine_fischbach\" target=\"_self\" title=\"\" rel=\"noopener\">Antoine Fischbach<\/a>, Direktor von LUCET, Claude Meisch, Minister f\u00fcr Bildung, Kinder und Jugend, und Prof. St\u00e9phane Pallage, Rektor der Universit\u00e4t, vorgestellt.<\/p><p>Die vollst\u00e4ndige Pressekonferenz k\u00f6nnen Sie sich auf der <a href=\"https:\/\/gouvernement.lu\/fr\/actualites\/toutes_actualites\/articles\/2021\/04-avril\/22-briefing-meisch.html\" target=\"_blank\" title=\"\" rel=\"noopener\">Webseite der Regierung<\/a> ansehen.<\/p><figure class=\"wp-block-dev4-reusable-blocks-image  object-fit--contain\">\n    \n<img decoding=\"async\" class=\"wp-block-image unilux-custom-image-block\"\n                alt=\"\"\n            src=\"https:\/\/www.uni.lu\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2023\/07\/epstan_510a.jpg\"\n                srcset=\"https:\/\/www.uni.lu\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2023\/07\/epstan_510a-300x176.jpg 300w, https:\/\/www.uni.lu\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2023\/07\/epstan_510a.jpg 510w\"\n                style=\"object-position: 50.00% 50.00%; font-family: &quot;object-fit: contain; object-position: 50.00% 50.00%;&quot;; aspect-ratio: 16\/9; object-fit: contain; width: 100%;\"\n        loading=\"lazy\"\n\/>    <\/figure><p><strong>Wichtige Erkenntnisse und Schlussfolgerungen<\/strong><\/p><ul class=\"ulux-list\"><li class=\"ulux-list-item\">Die Ergebnisse der \u00c9pStan erlauben es nicht, von einem systematischen negativen Trend bei der Kompetenzentwicklung der Sch\u00fcler*innen zu sprechen. Neben einigen Kompetenzverlusten, insbesondere bei den Tests zum Deutsch-H\u00f6rverstehen in Stufe 3, sind auch einige Kompetenzgewinne zu verzeichnen.<\/li><li class=\"ulux-list-item\">Insgesamt kamen Sch\u00fcler*innen und Eltern mit dem Homeschooling gut zurecht, jedoch ohne sich daran sonderlich zu erfreuen.<\/li><li class=\"ulux-list-item\">Sch\u00fcler*innen mit g\u00fcnstigeren Voraussetzungen (z.B. aus einem sozio\u00f6konomisch beg\u00fcnstigten Haushalt, einem h\u00f6heren Schulzweig oder mit einer Muttersprache, die in Luxemburg auch im Unterricht verwendet wird)\u00a0kamen mit der Pandemie besser zurecht. Deutlich zeichnet sich hieran ab, dass die Krise einige der bereits bestehenden Ungleichheiten im luxemburgischen Schulsystem weiter verst\u00e4rkt hat.<\/li><li class=\"ulux-list-item\">Die Lehrkr\u00e4fte scheinen die Kommunikationsformen und die H\u00e4ufigkeit des Austauschs bewusst an den pers\u00f6nlichen Bedarf der Sch\u00fcler*innen angepasst zu haben, um mit ihnen (und ihren Eltern) in Kontakt zu bleiben.<\/li><\/ul><p>Lesen Sie die\u00a0vollst\u00e4ndige <a href=\"https:\/\/wwwde.uni.lu\/media\/files\/service_de_communication\/divers\/epstan2020_pdf_de\" target=\"_self\" title=\"\" rel=\"noopener\">Powerpoint-Pr\u00e4sentation<\/a>\u00a0und weitere Ergebnisse unten.<\/p><p>\u201eBildung war von Anfang an eine wichtige Forschungss\u00e4ule der Universit\u00e4t und ist heute als Forschungsschwerpunkt etabliert&#8220;, sagt Prof. St\u00e9phane Pallage. \u201eAls eine Institution, die der luxemburgischen Gesellschaft dient, hat die Universit\u00e4t kontinuierlich qualitativ hochwertige Forschung betrieben, um den Bildungsdialog zu f\u00f6rdern. LUCET veranschaulicht dieses Bestreben mit exzellenter, auf das luxemburgische Schulsystem zugeschnittener Forschung und \u00d6ffentlichkeitsarbeit.\u201c<\/p><p>\u201eLuxemburg ist nicht nur ein Vorreiter bei der Erprobung des COVID-19-Virus, sondern auch bei der p\u00e4dagogischen Erprobung, die sich in der gegenw\u00e4rtigen Pandemie als ein gro\u00dfer Vorteil erweist. Meines Wissens wei\u00df heute kein anderes Land in dieser Granularit\u00e4t, wie sich die Krise und der damit verbundene Heimunterricht auf die Lernprozesse der Sch\u00fcler auswirkt\u201c, erg\u00e4nzt Prof. Antoine Fischbach. \u201eNat\u00fcrlich ist das Testen kein Selbstzweck. Die Daten von \u00c9pStan lassen eher einfache Schlussfolgerungen und Empfehlungen zu, auf die wir dringend reagieren k\u00f6nnen und m\u00fcssen, um zu verhindern, dass aus einer Gesundheitskrise eine Bildungskrise wird.\u201c<\/p><p>\u201eDas Virus greift Verwundbarkeiten und Schwachstellen an; im Allgemeinen und im Schulsystem. Unser Bildungssystem k\u00e4mpft seit Jahrzehnten mit dem ad\u00e4quaten Umgang mit immer vielf\u00e4ltigeren Sch\u00fclerpopulationen. Die COVID-19-Pandemie hat diese Situation versch\u00e4rft, da Sch\u00fcler*innen, die statistisch gesehen ohnehin schon gef\u00e4hrdet sind, am st\u00e4rksten betroffen sind\u201c, so Fischbach abschlie\u00dfend.<\/p><p>\u201eDie letzten Monate waren f\u00fcr alle Beteiligten ein echter Kraftakt. Ich m\u00f6chte allen p\u00e4dagogische Fachkr\u00e4fte sowie den Sch\u00fcler*innen und ihren Eltern f\u00fcr die gemeinsame Arbeit und Anstrengung danken,\u201c sagt Claude Meisch. \u201eTrotz der enormen Herausforderung k\u00f6nnen wir heute den Schluss ziehen, dass Luxemburg verhindern konnte, dass die Gesundheitskrise eine Bildungskrise ausl\u00f6st. Wir haben gute Chancen, diese beispiellose Krise ohne zu viele negative Folgen zu \u00fcberstehen, wenn wir weiterhin in die geeigneten Mittel investieren.\u201c<\/p>\n<h2 class=\"has-text-align-left wp-block-unilux-blocks-heading\"        id=\"weitere-ergebnisse-und-resultate\"\n    >\nWeitere Ergebnisse und Resultate<\/h2>\n\n<h3 class=\"has-text-align-left wp-block-unilux-blocks-heading\"        id=\"home-schooling-in-der-grundschule-die-perspektive-der-eltern-basierend-auf-den-epstan-elternfrageboegen\"\n    >\nHome-Schooling in der Grundschule \u2013 die Perspektive der Eltern basierend auf den \u00c9pStan-Elternfrageb\u00f6gen<\/h3>\n<p>Bew\u00e4ltigung<\/p><p>In allen Klassenstufen der Grundschule gaben die Eltern an, dass ihre Kinder im Allgemeinen sowie in den F\u00e4chern Mathematik und Franz\u00f6sisch ziemlich gut mit dem Home-Schooling zurechtk\u00e4men. Das Home-Schooling im Fach Deutsch wurde hingegen als gr\u00f6\u00dfere Herausforderung wahrgenommen, insbesondere in Familien aus sozio\u00f6konomisch benachteiligten Haushalten und\/oder Familien, in denen kein Luxemburgisch\/Deutsch gesprochen wird.<\/p><p>Infrastruktur<\/p><p>Auf Fragen zur technischen und materiellen Ausstattung in den Familien (z.B. Zugang zum Internet, zu einem Laptop\/Tablet oder B\u00fcromaterial) antworteten die allermeisten Eltern, recht gut ausgestattet zu sein, wobei die Situation in sozio\u00f6konomisch beg\u00fcnstigten Haushalten noch etwas besser zu sein schien.<\/p><p>Motivation<\/p><p>Den Eltern zufolge war die Motivation der Sch\u00fcler*innen w\u00e4hrend des Home-Schooling vergleichbar mit der im regul\u00e4ren Schulbetrieb, wobei M\u00e4dchen als etwas motivierter wahrgenommen wurden als Jungen. In Bezug auf den Spa\u00df am Home-Schooling fielen die Antworten der Eltern allerdings weniger einheitlich aus und nur ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte gab an, dass das Home-Schooling ihren Kindern Spa\u00df mache.<\/p><p>Zus\u00e4tzliche Unterst\u00fctzung<\/p><p>W\u00e4hrend die Mehrheit der Sch\u00fcler*innen den Angaben der Eltern nach bei Bedarf zus\u00e4tzliche Hilfe von ihren Lehrkr\u00e4ften und\/oder Klassenkamerad*innen erhielt, stimmte ein Viertel der Eltern dieser Aussage nicht zu. Zudem erhielten Sch\u00fcler*innen aus sozio\u00f6konomisch benachteiligten Haushalten ein h\u00f6heres Ma\u00df an zus\u00e4tzlicher Unterst\u00fctzung von ihren Lehrkr\u00e4ften und\/oder Mitsch\u00fcler*innen. Dies k\u00f6nnte ein Hinweis daf\u00fcr sein, dass die Hilfestellungen der Lehrkr\u00e4fte sich am tats\u00e4chlichen Bedarf der Sch\u00fcler*innen orientierten.<\/p><p>Kontakt mit Lehrkr\u00e4ften<\/p><p>In der Grundschule standen Lehrkr\u00e4fte und Sch\u00fcler*innen\/Eltern w\u00e4hrend der Zeit des Home-Schooling regelm\u00e4\u00dfig im Kontakt, meist \u00fcber E-Mail oder digitale Kommunikationsdienste wie MS Teams oder Zoom. Es wurde aber auch von pers\u00f6nlichen Treffen mit Lehrkr\u00e4ften und\/oder Besuchen berichtet. Die Ergebnisse zeigen \u00fcberdies, dass die Lehrkr\u00e4fte abh\u00e4ngig vom Hintergrund der Sch\u00fcler*innen unterschiedliche Kommunikationswege nutzten. So berichteten sozio\u00f6konomisch benachteiligte Haushalte von h\u00e4ufigerem Kontakt mit den Lehrkr\u00e4ften, insbesondere in Form von zus\u00e4tzlichen Anrufen, Textnachrichten und Briefen.<\/p><p>Vereinbarkeit von Arbeit und Home-Schooling<\/p><p>Im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Arbeit und Home-Schooling \u00e4u\u00dferten sich die Eltern im Allgemeinen weder positiv, noch negativ. Allerdings sch\u00e4tzten Eltern aus sozio\u00f6konomisch benachteiligten Haushalten ihre M\u00f6glichkeiten, Arbeit und Hausunterricht zu kombinieren, etwas positiver ein, was mit der Feststellung zusammenh\u00e4ngen k\u00f6nnte, dass diese Eltern im Allgemeinen \u00fcber weniger Home-Office berichteten und insofern auch seltener mit der Aufgabe konfrontiert wurden, Home-Office und Home-Schooling unter einen Hut bringen zu m\u00fcssen.<\/p><p><strong>Home-Schooling in der Sekundarschule \u2013 die Perspektive der Sch\u00fcler*innen basierend auf den \u00c9pStan- Sch\u00fclerfrageb\u00f6gen<\/strong><\/p><p>Bew\u00e4ltigung<\/p><p>\u00dcber alle Klassenstufen hinweg gaben die Sch\u00fcler*innen der Sekundarstufe mehrheitlich an, mit dem Home-Schooling im Allgemeinen sowie in den F\u00e4chern Deutsch und Franz\u00f6sisch recht gut zurechtgekommen zu sein. Anders als in der Grundschule wurde das Home-Schooling in Mathematik als besonders herausfordernd wahrgenommen. Betrachtet man die verschiedenen Schulzweige des luxemburgischen Sekundarschulsystems, kamen Sch\u00fcler*innen des h\u00f6chsten Zweiges am besten mit dem Home-Schooling zurecht, Sch\u00fcler*innen aus den beiden anderen Schulzweigen gelang dies etwas weniger gut.<\/p><p>Infrastruktur<\/p><p>Auf Fragen zur technischen Ausstattung antworteten die allermeisten Sch\u00fcler*innen, ziemlich gut ausgestattet zu sein, wobei die Situation in h\u00f6heren Schulzweigen und\/oder in sozio\u00f6konomisch beg\u00fcnstigten Haushalten etwas besser zu sein schien.<\/p><p>Motivation<\/p><p>Ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte der Sch\u00fcler*innen war im Home-Schooling weniger motiviert als im regul\u00e4ren Schulalltag, wobei M\u00e4dchen sich als etwas motivierter einsch\u00e4tzten als Jungen. In Bezug auf den Spa\u00df am Home-Schooling machten die Sch\u00fcler*innen unterschiedliche Erfahrungen und immerhin jede\/r Dritte gab an, dass das Home-Schooling weniger Spa\u00df gemacht habe als der Pr\u00e4senzunterricht. Im Vergleich zu ihren Mitsch\u00fcler*innen aus den h\u00f6chsten Schulzweig waren Sch\u00fcler*innen der niedrigeren Schulzweige im Home-Schooling weniger motiviert und sie hatten daran auch weniger Spa\u00df.<\/p><p>Zus\u00e4tzliche Unterst\u00fctzung<\/p><p>Die Sch\u00fcler*innen der Sekundarstufe gaben mehrheitlich an, bei Bedarf sowohl zus\u00e4tzliche Unterst\u00fctzung von ihren Lehrkr\u00e4ften\/Klassenkamerad*innen als auch von ihren Eltern\/Geschwistern erhalten zu haben. Allerdings berichteten Sch\u00fcler*innen aus dem h\u00f6chsten Schulzweig h\u00e4ufiger von bedarfsorientierter, zus\u00e4tzlicher Unterst\u00fctzung durch ihre Eltern\/Geschwister als Sch\u00fcler*innen aus niedrigeren Schulzweigen..<\/p><p>Kontakt mit Lehrkr\u00e4ften<\/p><p>Die Sch\u00fcler*innen der Sekundarstufe standen in regelm\u00e4\u00dfigem Kontakt zu ihren Lehrkr\u00e4ften. Als Kan\u00e4le dienten ihnen vornehmlich Kommunikationsdienste wie MS Teams oder Zoom, doch insgesamt waren die Kommunikationswege vielf\u00e4ltiger als in der Grundschule. Die Ergebnisse deuten au\u00dferdem darauf hin, dass die Lehrkr\u00e4fte abh\u00e4ngig vom Schulzweig unterschiedliche Kommunikationskan\u00e4le nutzten, wobei Sch\u00fcler*innen der niedereren Schulzweige h\u00e4ufiger Kontakt zu ihren Lehrkr\u00e4ften hatten, insbesondere in Form von Anrufen, Textnachrichten und Briefen. Sch\u00fcler*innen aus dem untersten Schulzweig berichteten dar\u00fcber hinaus vermehrt von pers\u00f6nlichem Kontakt mit ihren Lehrkr\u00e4ften.<\/p>\n<h3 class=\"has-text-align-left wp-block-unilux-blocks-heading\"        id=\"epstan-testresultate-in-der-grundschule\"\n    >\n\u00c9pStan-Testresultate in der Grundschule<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend sich die standardisierten Testresultate in den Zyklen 2.1 und 4.1 (im Vergleich zu fr\u00fcheren Kohorten) als stabil erwiesen, fielen die Leistungen im Zyklus 3.1 vor allem in den Bereichen Deutsch-H\u00f6r- und -Leseverstehen schlechter aus. Unabh\u00e4ngig vom sozio\u00f6konomischen Hintergrund der Sch\u00fcler*innen und\/oder der\/den von ihnen zu Hause gesprochenen Sprache(n) verschlechterten sich die Testergebnisse der Drittkl\u00e4ssler*innen im Deutsch-H\u00f6rverstehen wesentlich. Zudem schnitten Kinder aus sozio\u00f6konomisch benachteiligten Haushalten und\/oder Kinder, die zu Hause kein Luxemburgisch\/Deutsch sprechen, im Deutsch-Leseverstehen schlechter ab als Kinder aus sozio\u00f6konomisch beg\u00fcnstigten Haushalten und\/oder Kinder, die zu Hause Luxemburgisch\/Deutsch sprechen.<\/p>\n<h3 class=\"has-text-align-left wp-block-unilux-blocks-heading\"        id=\"epstan-testergebnisse-in-der-sekundarstufe\"\n    >\n\u00c9pStan-Testergebnisse in der Sekundarstufe<\/h3>\n<p>Im h\u00f6chsten Schulzweig der Sekundarstufe erwiesen sich die Ergebnisse aus den standardisierten Leistungstests in Franz\u00f6sisch- und Deutsch-Leseverstehen sowie in Mathematik im Vergleich zu fr\u00fcheren Kohorten als stabil. Sch\u00fcler*innen, die einen der unteren Schulzweige besuchten, erbrachten hingegen schlechtere Leistungen als fr\u00fchere Jahrg\u00e4nge. Dar\u00fcber hinaus kamen M\u00e4dchen, die einen der h\u00f6heren Schulzweige besuchten, mit der Situation offenbar etwas besser zurecht als ihre m\u00e4nnlichen Klassenkameraden: In den Sprachtests erbrachten sie zum Teil bessere Leistungen als M\u00e4dchen aus fr\u00fcheren Jahrg\u00e4ngen. Unabh\u00e4ngig vom Schulzweig schnitten Sch\u00fcler*innen der 9. Klasse aus sozio\u00f6konomisch benachteiligten Haushalten im Allgemeinen schlechter ab als ihre sozio\u00f6konomisch beg\u00fcnstigten Mitsch\u00fcler*innen, insbesondere im Deutsch-Leseverstehen.<\/p>\n<h3 class=\"has-text-align-left wp-block-unilux-blocks-heading\"        id=\"schlussfolgerungen\"\n    >\nSchlussfolgerungen<\/h3>\n<p>Die Auswertung der standardisierten Tests sowie der Frageb\u00f6gen f\u00fcr Eltern und Sch\u00fcler*innen ergibt ein in sich schl\u00fcssiges Bild, das nicht nur die Bedeutung und Qualit\u00e4t der bei den \u00c9pStan erfassten Daten unterstreicht, sondern auch erste wichtige Erkenntnisse zu den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das nationale Bildungssystem liefert. Folgende zentrale Schlussfolgerungen lassen sich aus den oben beschriebenen Ergebnissen ziehen:<\/p><ul class=\"ulux-list\"><li class=\"ulux-list-item\">Die Ergebnisse der \u00c9pStan erlauben es nicht, von einem systematischen negativen Trend bei der Kompetenzentwicklung der Sch\u00fcler*innen zu sprechen. Neben einigen Kompetenzverlusten, insbesondere bei den Tests zum Deutsch-H\u00f6rverstehen im Zyklus 3.1, sind auch einige Kompetenzgewinne zu verzeichnen.<\/li><li class=\"ulux-list-item\">Insgesamt kamen Sch\u00fcler*innen und Eltern mit dem Home-Schooling recht gut zurecht, jedoch ohne sich daran sonderlich zu erfreuen.<\/li><li class=\"ulux-list-item\">Sch\u00fcler*innen mit g\u00fcnstigeren Voraussetzungen (z.B. aus einem sozio\u00f6konomisch beg\u00fcnstigten Haushalt, einem h\u00f6heren Schulzweig oder mit einer Muttersprache, die in Luxemburg auch im Unterricht verwendet wird) kamen mit der Pandemie besser zurecht. Deutlich zeichnet sich hieran ab, dass die Krise einige der bereits bestehenden Ungleichheiten im luxemburgischen Schulsystem weiter verst\u00e4rkt hat.<\/li><li class=\"ulux-list-item\">Die Lehrkr\u00e4fte scheinen die Kommunikationsformen und die H\u00e4ufigkeit des Austauschs bewusst an den pers\u00f6nlichen Bedarf der Sch\u00fcler*innen angepasst zu haben, um mit ihnen (und ihren Eltern) in Kontakt zu bleiben.<\/li><\/ul>\n<h3 class=\"has-text-align-left wp-block-unilux-blocks-heading\"        id=\"empfehlungen\"\n    >\nEmpfehlungen<\/h3>\n<p>Basierend auf diesen Schlussfolgerungen werden folgende Empfehlungen ausgesprochen:<\/p><ul class=\"ulux-list\"><li class=\"ulux-list-item\">Die F\u00f6rderung des Deutsch-H\u00f6rverstehens und der m\u00fcndlichen Kompetenzen in der Grundschule ist entscheidend und sollte so fr\u00fch wie m\u00f6glich beginnen.<\/li><li class=\"ulux-list-item\">Sch\u00fcler*innen, die aus sozio\u00f6konomisch benachteiligten Haushalten stammen, die zu Hause keine der Unterrichtssprachen sprechen, oder die einen der niedrigeren Schulzweige besuchen, sollten unbedingt gezielt gef\u00f6rdert werden.<\/li><\/ul>\n<h3 class=\"has-text-align-left wp-block-unilux-blocks-heading\"        id=\"ausblick\"\n    >\nAusblick<\/h3>\n<p>Die Ergebnisse der \u00c9pStan aus dem November 2020 liefern erste Erkenntnisse zu den Auswirkungen der COVID-19-Krise auf das nationale Bildungssystem. Doch erst die Auswertung der n\u00e4chsten \u00c9pStan (im November 2021) wird zeigen, inwiefern die hier dargelegten Trends im weiteren Verlauf der Pandemie Bestand haben. Detailliertere Ergebnisse zu den \u00c9pStan 2020 werden Ende des Jahres im n\u00e4chsten <a href=\"http:\/\/bildungsbericht.lu\/\" target=\"_blank\" title=\"\" rel=\"noopener\">Bildungsbericht<\/a>\u00a0ver\u00f6ffentlicht. In der Zwischenzeit stehen die Testresultate von 2020 auf dem <a href=\"http:\/\/dashboard.epstan.lu\" target=\"_self\" title=\"\" rel=\"noopener\">\u00c9pStan-Dashboard<\/a>\u00a0zur Verf\u00fcgung, das Nutzer*innen einfache statistische Analysen im Browser erm\u00f6glicht.<\/p><\/div><\/section>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Universit\u00e4t Luxemburg und das Ministerium f\u00fcr Bildung, Kinder und Jugend pr\u00e4sentierten heute erste Erkenntnisse aus der \u00c9pStan (\u00c9preuves Standardis\u00e9es), der nationalen Schulmonitoring-Erhebung, von November 2020. 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