{"id":347,"date":"2019-11-14T09:47:44","date_gmt":"2019-11-14T09:47:44","guid":{"rendered":"https:\/\/website.prod.unilu.spikeseed.cloud\/de\/news\/projekt-working-yet-poor-erhaelt-h2020-foerderung-von-32-millionen-eur\/"},"modified":"2019-11-14T09:47:44","modified_gmt":"2019-11-14T09:47:44","slug":"projekt-working-yet-poor-erhaelt-h2020-foerderung-von-32-millionen-eur","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.uni.lu\/de\/news\/projekt-working-yet-poor-erhaelt-h2020-foerderung-von-32-millionen-eur\/","title":{"rendered":"Projekt Working, Yet Poor erh\u00e4lt H2020 F\u00f6rderung von 3,2 Millionen EUR"},"content":{"rendered":"<section class=\"wp-block-unilux-blocks-free-section section\"><div class=\"container xl:max-w-screen-xl\"><p>Dem gesamteurop\u00e4ischen Forschungsprojekt Working, Yet Poor (WorkYP-Projekt) wurden k\u00fcrzlich im Rahmen des EU-Programms Horizont 2020 F\u00f6rdermittel in H\u00f6he von 3,2 Millionen Euro f\u00fcr die n\u00e4chsten drei Jahre zugesichert. Bei dem WorkYP-Projekt werden die sozialen und rechtlichen Gr\u00fcnde untersucht, warum nach wie vor immer mehr EU-B\u00fcrger trotz Erwerbst\u00e4tigkeit gef\u00e4hrdet sind, unterhalb der Armutsgrenze zu leben.<\/p><p>Im Jahr 2017 waren fast 10% der erwerbst\u00e4tigen Bev\u00f6lkerung der EU von Armut bedroht. Das entspricht etwa 20,5 Millionen EU-B\u00fcrgern. Neben sozialer Ausgrenzung, Unterschieden und Ungleichheit gef\u00e4hrdet Armut trotz Erwerbst\u00e4tigkeit auch ein grundlegendes und wesentliches Merkmal der EU-Staatsb\u00fcrgerschaft: die Aussicht auf ein menschenw\u00fcrdiges Leben. Zur Umkehrung dieser Entwicklung sind staatliche Ma\u00dfnahmen erforderlich. Allerdings m\u00fcssen erst die Ursachen verstanden werden, bevor das Problem angegangen werden kann. Das WorkYP-Projekt will das Verst\u00e4ndnis st\u00e4rken und f\u00fcr zielgerichtete und verbesserte staatliche Ma\u00dfnahmen sorgen.<\/p><p>\u201eDie L\u00e4nder ergreifen bestimmte Ma\u00dfnahmen, um Armut trotz Erwerbst\u00e4tigkeit zu verhindern, aber es gibt keinen festgelegten Ansatz zur Verringerung oder Beseitigung. Die EU-Mitgliedstaaten ben\u00f6tigen \u2013 individuell und gemeinschaftlich \u2013 ein besseres Verst\u00e4ndnis des Problems, ein Verst\u00e4ndnis, das auf sachbezogenen Daten beruht und es ihnen erm\u00f6glicht, das Problem zu kontrollieren und erfolgreich dagegen vorzugehen\u201c, sagt <a href=\"https:\/\/wwwde.uni.lu\/fdef\/departement_droit\/people\/luca_ratti\" target=\"_self\" title=\"\" rel=\"noopener\">Luca Ratti<\/a>, Koordinator des WorkYP-Projektes und Associate Professor f\u00fcr <a href=\"https:\/\/wwwde.uni.lu\/recherche\/fdef\/dl\/research_areas\/european_private_law\" target=\"_self\" title=\"\" rel=\"noopener\">Europarecht und vergleichendes Arbeitsrecht an der Universit\u00e4t Luxemburg<\/a>.<\/p><p>Die Verteilung der Armut trotz Erwerbst\u00e4tigkeit f\u00e4llt in Europa sehr unterschiedlich aus, was auf unterschiedliche soziale und rechtliche Systeme oder Ma\u00dfnahmen zur Armutsbek\u00e4mpfung zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Beispielsweise waren in Luxemburg im Jahr 2018 13,4% der erwerbst\u00e4tigen Bev\u00f6lkerung von Armut bedroht, in Belgien waren es 5,2%. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Unterschiede wurden noch nicht ausreichend untersucht. Daher werden im Rahmen des WorkYP-Projekts sieben repr\u00e4sentative L\u00e4nder mit unterschiedlichen Sozial- und Rechtssystemen (Luxemburg, Belgien, Deutschland, Italien, die Niederlande, Polen und Schweden) analysiert, um das Problem zu dokumentieren und Best-Practice-L\u00f6sungen zur Bek\u00e4mpfung der Armut trotz Erwerbst\u00e4tigkeit in allen Systemen vorzuschlagen.<\/p><p>\u201eWenn in einem bestimmten Land 10-15% der Arbeitnehmer an oder unter der Armutsgrenze leben, dann tragen dort die Arbeitsgesetze nicht zum Schutz der B\u00fcrger bei, und der sozio\u00f6konomische Zusammenhalt ist gef\u00e4hrdet. Mit dieser Studie wollen wir die EU-Mitgliedstaaten und die EU als Ganzes dabei unterst\u00fctzen, ihre Politik und ihre regulatorischen Ma\u00dfnahmen gezielter einzusetzen\u201c, erkl\u00e4rt Ratti.<\/p><p>Im Rahmen des WorkYP-Projekts wurden bestimmte Personengruppen ermittelt, bei denen ein h\u00f6heres Risiko f\u00fcr Armut trotz Erwerbst\u00e4tigkeit besteht und auf die sich die Analyse konzentrieren wird. Hierzu z\u00e4hlen Niedriglohnarbeiter, Selbst\u00e4ndige, Personen mit befristeten oder flexiblen Arbeitsvertr\u00e4gen sowie Gelegenheitsarbeiter oder \u201eNull-Stunden-Arbeiter\u201c. Da Frauen h\u00e4ufiger in Niedriglohnberufen besch\u00e4ftigt sind oder mit ungleichen Arbeitsbedingungen zu k\u00e4mpfen haben, werden bei der Untersuchung die Zusammensetzung der Haushalte und das Einkommen ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<h3 class=\"has-text-align-left wp-block-unilux-blocks-heading\"        id=\"grenzueberschreitendes-projekt-unter-luxemburgischer-leitung\"\n    >\nGrenz\u00fcberschreitendes Projekt unter luxemburgischer Leitung<\/h3>\n<p>Associate Professor Luca Ratti wird ein multinationales und interdisziplin\u00e4res Forschungsteam leiten, das sich aus Forschern von acht europ\u00e4ischen Universit\u00e4ten (Frankfurt, Bologna, Leuven, Rotterdam, Tilburg, Danzig und Lund) sowie drei in Europa t\u00e4tigen Institutionen f\u00fcr soziale Rechte zusammensetzt. <a href=\"https:\/\/wwwde.uni.lu\/recherche\/fhse\/dbcs\/people\/conchita_d_ambrosio\" target=\"_self\" title=\"\" rel=\"noopener\">Conchita D\u2019Ambrosio<\/a>, Professorin f\u00fcr Wirtschaftswissenschaften an der Universit\u00e4t Luxemburg, unterst\u00fctzt das Projekt mit ihrer Expertise im Bereich Armut und soziale Exklusion. Die Universit\u00e4t Luxemburg genie\u00dft einen hervorragenden Ruf als effektives Zentrum f\u00fcr multidisziplin\u00e4re Forschungsprojekte mit praktischen Auswirkungen und wurde deswegen f\u00fcr die Koordination des WorkYP-Projekts ausgew\u00e4hlt.<\/p><p>Das Projekt hat konkrete Auswirkungen f\u00fcr den Einzelnen, sagt Luca Ratti: \u201eDie EU-Staatsb\u00fcrgerschaft sollte das Recht auf ein menschenw\u00fcrdiges Leben garantieren; dennoch sind in der EU nach wie vor t\u00e4glich Millionen von B\u00fcrgern von Armut trotz Erwerbst\u00e4tigkeit betroffen. Um dieses dringende Problem in der Praxis anzugehen, m\u00fcssen wir europaweite und multidisziplin\u00e4re Forschungspartnerschaften f\u00f6rdern, um L\u00f6sungen zu finden. Ein singul\u00e4rer Ansatz wird mit Sicherheit scheitern. Das WorkYP-Projekt basiert auf der Zusammenarbeit einer Gruppe von Sozial- und Rechtsexperten, um das Problem gr\u00fcndlich zu analysieren und anschlie\u00dfend realistische Ma\u00dfnahmen vorzuschlagen, mit denen die Zahl derjenigen, die in der EU trotz Erwerbst\u00e4tigkeit von Armut betroffen sind, verringert werden kann\u201c.<\/p>\n<h5 class=\"has-text-align-left wp-block-unilux-blocks-heading\"        id=\"universitaet-luxemburg-michel-brumat\"\n    >\n\u00a9 Universit\u00e4t Luxemburg \/ Michel Brumat<\/h5>\n<\/div><\/section>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dem gesamteurop\u00e4ischen Forschungsprojekt Working, Yet Poor (WorkYP-Projekt) wurden k\u00fcrzlich im Rahmen des EU-Programms Horizont 2020 F\u00f6rdermittel in H\u00f6he von 3,2 Millionen Euro f\u00fcr die n\u00e4chsten drei Jahre zugesichert. 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