{"id":123,"date":"2018-06-28T13:42:47","date_gmt":"2018-06-28T13:42:47","guid":{"rendered":"https:\/\/website.prod.unilu.spikeseed.cloud\/de\/news\/lcsb-und-ksilink-beschreiten-gemeinsam-neue-wege\/"},"modified":"2018-06-28T13:42:47","modified_gmt":"2018-06-28T13:42:47","slug":"lcsb-und-ksilink-beschreiten-gemeinsam-neue-wege","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.uni.lu\/de\/news\/lcsb-und-ksilink-beschreiten-gemeinsam-neue-wege\/","title":{"rendered":"LCSB und Ksilink beschreiten gemeinsam neue Wege"},"content":{"rendered":"<section class=\"wp-block-unilux-blocks-free-section section\"><div class=\"container xl:max-w-screen-xl\"><p>Am Freitag haben Vertreter der Universit\u00e4t Luxemburg und des Technologieunternehmens Ksilink, das neuartige, patientenbasierte Therapieformen entwickelt, ein Abkommen unterschrieben. Die Vereinbarung bildet den Rahmen f\u00fcr die Zusammenarbeit von Ksilink mit dem Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LCSB) der Universit\u00e4t Luxemburg zur Entwicklung von Wirkstoffen gegen die Parkinson-Krankheit.<\/p><p>Etwa sieben Millionen Menschen weltweit sind an Parkinson erkrankt \u2013 Tendenz steigend. Zwar k\u00f6nnen Mediziner mittlerweile die Symptome der Krankheit, bei der Nervenzellen im Gehirn absterben, recht gut behandeln.<\/p><p>Eine Therapie, die die Ursachen der Krankheit beseitigt, gibt es bislang nicht. Das LCSB und das in Stra\u00dfburg ans\u00e4ssige privat-\u00f6ffentliche Technologieunternehmen Ksilink kooperieren ab sofort, um dieses Problem anzugehen: <strong>Gemeinsam wollen sie neuartige, patienten-basierte Zellkulturmodelle entwickeln, auf denen automatisiert und unter Einsatz von K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) Wirkstoffkandidaten aus einer gro\u00dfen Substanz-Bibliothek getestet werden sollen<\/strong>.<\/p><p>Mit einer Laufzeit von f\u00fcnf Jahren und einem Investitionsvolumen von mehr als acht Millionen Euro bildet das Vorhaben eine bedeutende Public-Private-Partnerschaft. Teil dieses Budgets wird \u00fcber das BRIDGES-Programm des Fonds National de la Recherche (FNR) finanziert. \u201eDas unterstreicht das Potenzial, das Ksilink in unserer klinisch-wissenschaftlichen Expertise sieht\u201c, sagt Prof. Dr. <a href=\"https:\/\/wwwde.uni.lu\/lcsb\/people\/rejko_krueger\" target=\"_self\" title=\"Principal Investigator in the Clinical &#038; Experimental Neuroscience group\" rel=\"noopener\">Rejko Kr\u00fcger<\/a>, Leiter der\u00a0<a href=\"https:\/\/wwwde.uni.lu\/lcsb\/research\/translational_neuroscience\" target=\"_self\" title=\"To elucidate molecular signaling pathways leading to neurodegeneration in Parkinson's disease\" rel=\"noopener\">Clinical &#038; Experimental Neuroscience Gruppe<\/a> am LCSB. Auch Dr. Mona Boye, Business Developer bei Ksilink, best\u00e4tigt: \u201eDie patienten-basierten Zellkulturen und die klinische Kompetenz vom LCSB gepaart mit unserem Knowhow f\u00fcr ph\u00e4notypische Drug Discovery und industrienaher Wirkstoffentwicklung bieten die Chance, in der Therapieentwicklung f\u00fcr Parkinson wirklich einen Durchbruch zu erzielen.\u201c<\/p><figure class=\"wp-block-dev4-reusable-blocks-image  object-fit--contain\">\n    \n<img decoding=\"async\" class=\"wp-block-image unilux-custom-image-block\"\n                alt=\"\"\n            src=\"https:\/\/www.uni.lu\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2023\/07\/lcsb_ksilink_group_picture_500.png\"\n                srcset=\"https:\/\/www.uni.lu\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2023\/07\/lcsb_ksilink_group_picture_500-300x120.png 300w, https:\/\/www.uni.lu\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2023\/07\/lcsb_ksilink_group_picture_500.png 500w\"\n                style=\"object-position: 50.00% 50.00%; font-family: &quot;object-fit: contain; object-position: 50.00% 50.00%;&quot;; aspect-ratio: 21\/9; object-fit: contain; width: 100%;\"\n        loading=\"lazy\"\n\/>            <p class=\"wp-block-dev4-reusable-blocks-image-caption\">\n            Les \u00e9quipes du LCSB et de Ksilink, d&#8217;en haut \u00e0 gauche: Javier Jarazo, Ibrahim Boussaad, Philippe Lucarelli, Mona Boye, Peter Sommer, Antoine De Lacombe, Rejko Kr\u00fcger, Anke Vogler, St\u00e9phane Pallage, Ulf Nehrbass &amp; Peter Barbuti.        <\/p>\n    <\/figure><p><\/p><p>Die Parkinson-Krankheit hat viele Ursachen. Unter anderem k\u00f6nnen Genver\u00e4nderungen die Ausl\u00f6ser sein. Solche Mutationen stehen im Fokus der Forscher von LCSB und Ksilink, wie Rejko Kr\u00fcger erl\u00e4utert: \u201eUnsere Patienten-Kohorte, im Rahmen des National Centre for Parkinson\u2019s Disease (NCER-PD), bietet uns am LCSB Zugang zu Gewebeproben von Parkinsonpatienten und gesunden Studienteilnehmern. Dank neuartiger Labormethoden mit einer Robotik f\u00fcr Hochdurchsatzanalysen von Patienten-Zellkulturen, die wir in den vergangenen Jahren mit finanzieller Unterst\u00fctzung durch den FNR entwickelt haben, lassen sich an diesen Proben jetzt Untersuchungen durchf\u00fchren, die sehr zielgerichtet Hinweise auf m\u00f6gliche Wirkstoffe gegen Parkinson geben k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<h2 class=\"has-text-align-left wp-block-unilux-blocks-heading\"        id=\"entwicklung-von-wirkstoffen-gegen-parkinson\"\n    >\nEntwicklung von Wirkstoffen gegen Parkinson<\/h2>\n<p>Dazu werden die Zellen aus den <strong>Gewebeproben zun\u00e4chst im Labor in so genannte pluripotente Stammzellen umgewandelt<\/strong>. Aus ihnen k\u00f6nnen die Forscher dann genau den Zelltyp gewinnen, der von der Parkinson-Krankheit haupts\u00e4chlich betroffen und der in diesem Zusammenhang von Bedeutung ist: so genannte dopaminerge Nervenzellen, die ganz spezifische Mutationen im Erbmaterial aufweisen. \u201eWir haben am LCSB in Zusammenarbeit mit der <a href=\"https:\/\/wwwde.uni.lu\/lcsb\/research\/developmental_and_cellular_biology\" target=\"_self\" title=\"To understand, model and treat Parkinson\u2019s disease\" rel=\"noopener\">Developmental &#038; Cellular Biology Gruppe<\/a> von Prof. Dr. <a href=\"https:\/\/wwwde.uni.lu\/lcsb\/people\/jens_christian_schwamborn\" target=\"_self\" title=\"Principal Investigator in the Developmental &#038; Cellular Biology group\" rel=\"noopener\">Jens Schwamborn<\/a> in den vergangenen Jahren die Spezial-Expertise aufgebaut, die f\u00fcr die Entwicklung solch spezifischer Parkinson-Zellmodelle erforderlich ist\u201c, so Kr\u00fcger.<\/p><p>Die von Patienten stammenden Zellkulturen werden dann in gro\u00dfer Zahl unter hochaufl\u00f6senden Mikroskopen von Ksilink betrachtet. Zellkulturen gesunder Angeh\u00f6riger oder so genannten Rescue-Modelle \u2013 Zellkulturen, in denen die Mutation mit Hilfe neuartiger Gene-Editing-Methoden, wie zum Beispiel \u201eCRISPR-Cas\u201c, der so genannten Genschere, wieder repariert worden sind \u2013 dienen hierbei als Kontrolle. \u201eWir verf\u00fcgen \u00fcber bildgebende Techniken, um automatisiert und unter Einsatz selbstlernender Algorithmen, also k\u00fcnstlicher Intelligenz, die Zellkulturen zu analysieren\u201c, sagt Mona Boye: \u201e<strong>Der Einsatz von KI erm\u00f6glicht es uns, selbst sehr geringf\u00fcgige und heterogene Strukturver\u00e4nderungen in den Zellen zu erkennen, wenn wir sie mit den Kontrollzellen vergleichen. Nur mit einer vollautomatisierten Hochdurchsatz-Technologie wie der von Ksilink lassen sich gro\u00dfe Substanzbibliotheken untersuchen, um aussagekr\u00e4ftige Ergebnisse zu erzielen.<\/strong>\u201c<\/p><p>Die von Patienten stammenden und parkinson-typische Ver\u00e4nderungen aufweisenden Zellkulturen werden unter den hochaufl\u00f6senden Mikroskopen ebenso mit den Molek\u00fclen aus der Substanzbibliothek in Kontakt gebracht, wie die gentechnisch generierten Kontrollen, die kein Parkinson entwickeln. \u201eIn den Zellkulturen <strong>werden wir dann mit Hilfe unserer bildanalysierenden Verfahren beobachten, welche Substanzen in der Lage sind, die erkrankenden Zellen hin zum gesunden<\/strong> Zustand zu verschieben so Boye: \u201eSo identifizieren wir potentielle Wirkstoff-Kandidaten, die wir genauer unter die Lupe nehmen und bis zum pr\u00e4klinisch validierten Kandidaten weiterentwickeln.\u201c<\/p>\n<h2 class=\"has-text-align-left wp-block-unilux-blocks-heading\"        id=\"kombination-von-technologien-zur-foerderung-der-parkinson-forschung\"\n    >\nKombination von Technologien zur F\u00f6rderung der Parkinson-Forschung<\/h2>\n<p><strong>Ein weiterer Schritt wird die Aufkl\u00e4rung des Wirkmechanismus sein<\/strong>: \u201eUnsere Vorgehensweise wird als \u201eungerichtet\u201c bezeichnet\u201c, erkl\u00e4rt Boye: \u201eWir fokussieren uns nicht auf ein bestimmtes Zielmolek\u00fcl oder einen bestimmten Signaltransduktionsweg, sondern testen die Substanzen am vollst\u00e4ndigen, komplexen Zellsystem. Die Chance hier einen neuartigen Wirkstoff zu identifizieren, der f\u00fcr eine v\u00f6llig neue Wirkstoffklasse steht, ist hoch. Im Rahmen der weiteren Wirkstoffentwicklung werden das genaue Zielmolek\u00fcl und der Wirkmechanismus bestimmt.\u201c Wenn diese Untersuchungen erfolgreich sind, also eine Substanz die erhoffte Wirkung im Zellsytem zeigt und sich ein vertr\u00e4glicher Wirkmechanismus nachweisen l\u00e4sst, kann der potentielle Wirkstoff in die weitere pr\u00e4klinische und klinische Entwicklung gehen. \u201eDie Aussicht, dass dieser innovative Ansatz zur Identifikation neuer Wirkstoffe erfolgreich zu einem Medikament f\u00fchrt, ist wesentlich h\u00f6her als bei klassischen Ans\u00e4tzen\u201c, erkl\u00e4rt Boye: \u201eIn unserer Kooperation mit dem LCSB kommen von Anfang an patienten-basierte Zellmodelle zum Einsatz. Potentielle Wirkstoffe werden direkt mit Hilfe dieser Patientenzellen identifiziert und unter Ber\u00fccksichtigung industrieller Standards bis zu einem pr\u00e4klinisch validierten Kandidaten vorangetrieben. Technische oder regulatorische Fehler, die in der Fr\u00fchphase in Labors ohne enge industrielle Anbindung passieren k\u00f6nnen, werden vermieden.\u201c<\/p><p>F\u00fcr Rejko Kr\u00fcger ist die Kooperation von Ksilink und LCSB ein Glanzlicht seiner mittlerweile vierj\u00e4hrigen Arbeit in Luxemburg: \u201eDank des PEARL-Grants des FNR und der Luxemburger Parkinson-Studie (NCER-PD), die wir mit starker Unterst\u00fctzung Luxemburgs aufbauen konnten, und den idealen Forschungsbedingungen im Gro\u00dfherzogtum konnten wir eine wissenschaftliche Exzellenz entwickeln, die unsere Arbeitsgruppen am LCSB ebenso wie unsere zahlreichen klinisch-wissenschaftlichen Partner im Land sehr attraktiv f\u00fcr Kooperationen mit Pharma-Unternehmen gemacht hat. Wenn aus der Zusammenarbeit mit Ksilink jetzt wirklich ein viel versprechender Wirkstoffkandidat herauskommt, der auch die folgenden klinischen Studien besteht, w\u00e4re dies sicher ein H\u00f6hepunkt f\u00fcr unsere gemeinsame Parkinson-Forschung in Luxemburg.\u201c<\/p>\n<h5 class=\"has-text-align-left wp-block-unilux-blocks-heading\"        id=\"universitaet-luxemburg\"\n    >\n\u00a9 Universit\u00e4t Luxemburg<\/h5>\n<\/div><\/section>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Freitag haben Vertreter der Universit\u00e4t Luxemburg und des Technologieunternehmens Ksilink, das neuartige, patientenbasierte Therapieformen entwickelt, ein Abkommen unterschrieben. 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